Gestern, Sonntag, 20. Mai 2006, waren Martin
und ich wieder voll im Einsatz. Dieses Mal führte unsere Reise ins nette
Bundesland Niederösterreich, wo nur einen Katzensprung von St. Pölten
entfernt, bereits der 22. Ober-Grafendorfer Triathlon von der Bühne ging. Im
Zuge dieser Veranstaltung fand der so genannte Schnupperbewerb (300-14-3,3)
statt.
Wie sich jedoch bereits nach Besichtigung der
Schwimmstrecke und spätestens nach Absolvieren der gesamten Zwergendistanz
herausstellte, handelt es sich bei diesen Angaben um Mutmaßungen. Der
Supersprint sollte für uns alle (Juliane war auch mit dabei) als eine
Art Vorbereitung auf die Qualen des Linz Triathlon sein und uns hinsichtlich
"Speed" einstimmen. Insgesamt waren um die 40 Teilnehmer am Start.
Julianes anfängliche Unsicherheit oder besser
gesagt Unentschlossenheit ließen mich innerhalb einer Stunde mindestens 50
Mal überlegen, ob ich jetzt mit oder ohne Neo durch die Entenpfütze
schwimmen sollte.
Martin war dann doch etwas entscheidungsfreudiger und so schloss ich mich
der Expertenmeinung an und schwamm ohne den Gummianzug.
Wie so oft konnte man noch in den
Startlöchern die Allgemeinauffassung mithören: "Ma, heit geht's ja eh um
nix. Amoi schaun!" Das Gegenteil war wieder einmal der Fall und so stürmte,
schaufelte und strudelte die Meute wie wild durchs Wasser. Martin kam erst
nach 150 Metern so richtig auf Touren und schaffte es, als Dritter aus dem
Wasser zu hirschen (siehe Beweisfoto). Juliane und ich absolvierten 2/3 der
Schwimmstrecke so, als ob wir eine Synchronübung durchführen wollte. Ständig
hatte ich ihren und sie meinen Arm irgendwie im Gesicht. Leider brauchte sie
etwas länger aus dem Neo und so verloren wir uns bereits in der Wechselzone.
Nach Angaben des Herrn Trainer war er wie ein
"Ur-Viech" auf der Radstrecke unterwegs. Er konnte alle Kurzdistanzler
überholen, die sich dann dankbar in seinen Windschatten (wenn auch etwas
mager) stellten. Mein Gefühl beim Radsplit war ebenfalls sehr positiv,
konnte ich doch alle Sportlerinnen einholen. Leider wurde das Kriterium
"Windschatten fahren verboten" überhaupt nicht eingehalten und so konnten
sich einige der Athleten im Pulk ausruhen (ein kleiner Umweg meinerseits war
natürlich auch wieder drinnen - rechts statt geradeaus).
Wie sich der Laufsplit von Martin gestaltete
weiß ich leider nicht.
Mein eigenes Laufgefühl war
etwas gemischt. Nach ein paar Metern stellte sich ein wirklich lockeres
Gefühl in den Beinen ein und am liebsten wäre ich so schnell gelaufen, wie
mich meine Beine nur tragen hätten können. Es gelang mir, einige Männer
hinter mir zu lassen. Als ich das Tempo auf der zweiten Hälfte noch einmal
verschärfen wollte, bekam ich wieder leichtes Seitenstechen. Nachdem nicht
unmittelbar hinter mir ein Konkurrentin zu sehen war, verzichtete ich auf
die schnellere Gangart und watschelte einfach so ins Ziel. Ich hab ja jetzt
noch eine Woche Zeit, um ein bisschen zu üben und trainieren.
Wie nicht anders erwartet konnte sich Martin
den Gesamtsieg sichern. Ich wurde bei den Damen ebenfalls 1ste. Die
Siegerehrung war dann alles andere als toll, weil seitens der Kurzdistanzler
ein Protest eingelegt wurde. Na ja, kann man auch nichts machen.